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Emil Ritter von Skoda

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Emil Ritter
von Skoda
(1839 - 1900)
Begründer der Skoda
Automobil Werke
nach Wikipedia und
dem Kulturbrief
der Sudetendeutschen Landsmannschaft
März 2015

Emil von Skoda stammte aus einer tschechischen Familie, die sich zunehmend dem Deutschtum zuwandte. Emils Mutter war eineJohanna Margarete Rziha, dern Vater der reichste Bürger Pilsens und der Sprecher der Deutschen war. Er heiratete die Deutsche Hermine Hahnenkamm, eine wohlhabende Pilsner Bürgerstochter.
Emil von Skoda studierte in Prag, Stuttgart und Karlsruhe. 1869 kaufte er in Pilsen die Graf Waldstein´sche Maschinenfabrik, die damals 33  Beschäftigte hatte. Er modernisierte und erweiterte die Fabrik und machte aus ihr die vgrößten Rüstungswerke der Monarchie.
1899 wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Skoda wurde Generaldirektor un Vorsitzender des Verwaltungarates. Bei seinem tode waren im Unternehmen ca. 3.500 Verwaltungsangestellte beschäftigt. Im Geschäftsleben des deutschen Pilsens, dem er stets mit Rat und Tat zur Seite stand, spielte er eine maßgebliche Rolle.
Emil Škoda war der Sohn des Landes-Sanitätsreferenten für Böhmen in Prag Franz Ritter von Škoda und dessen zweiter Ehefrau Johanna-Margarethe geb. Rziha und Enkel des Josef Skoda, Nagelschmied in Pilsen. Sein Onkel Josef war Professor für Medizin an der Universität Wien. Am 22.August 1871 ehelichte Emil von Skoda Hermine Hahnenkamp, die Enkelin der Hauptgründers des Bürgerlichen Brauhauses in Pilsen, in deren Ehe vier Kinder geboren wurden, darunter Karl Ritter von Skoda (1878–1929), Generaldirektor der Skoda-Werke in Pilsen und die Schriftstellerin Herma von Skoda (1879–1966), verehelicht mit Richard Lauer (1891–1944), Oberingenieur der Skoda Werke.[1]
Škoda war Absolvent der Unterrealschule in Eger und Oberrealschule in Prag, studierte Maschinenbau am Polytechnikum in Prag, am Polytechnikum in Karlsruhe und in Stuttgart. Anschließend war er als Ingenieur in Chemnitz und Magdeburg tätig. Hierbei lernte und arbeitete er um 1864 bei der Firma Richard Hartmann in Chemnitz.[2] Ab 1866 leitete er als Oberingenieur den Maschinenbaubetrieb des Ernst Graf Waldstein-Wartenberg in Pilsen, den er am 12. Juli 1869 als Betrieb mit 33 Mitarbeitern durch Kauf erwarb. Škoda baute ihn zu den Stahl- und Waffenwerken Skoda in Pilsen mit 4.000 Beschäftigten aus, die in der Anfangszeit Zuckerfabriken, Brauereien und Eisenhütten mit Anlagen und Gussteilen belieferten. 1885 erfolgte der Bau einer Guss-Stahlhütte.
1866 wurde die Erzeugung von Kriegsmaterial aufgenommen, dem folgte die Gründung einer Fabrik der Waffenproduktion. In einer besonderen Abteilung der Skoda-Werke wurden Kanonen und Munition für Kriegsschiffe insbesondere für die österreich-ungarische Kriegsmarine an der Adria produziert. In seinem Testament vermachte Emil von Škoda 80.000 Kronen für seine in dieser Fabrik alt und erwerbsunfähig gewordenen Arbeiter. Der Stadt Pilsen hinterließ er 10.000 Kronen und für seine Bediensteten stiftete er bedeutende Legate. 1869 beteiligte er sich an der Gründung einer Aktienbrauerei in Pilsen.
Während der Wirtschaftskrise in den 1870er-Jahren baute Emil von Škoda seine Auslandsaktivitäten aus und lieferte Anlagen nach Ungarn, auf den Balkan und ins Russische Kaiserreich. In Kiew wurde eine Niederlassung eröffnet. 1899 wurde er Vorsitzender und Generalsekretär einer neugegründeten Aktiengesellschaft seiner Firmengruppe. Diesen Posten bekleidete er bis zu seinem Tod im Jahre 1900 in der Nähe von Selzthal in der Obersteiermark bei einer Zugreise in den Kurort Bad Gastein. Nachfolger in der Firmengruppe wurde sein Sohn Karl von Škoda als Generaldirektor.
Würdigung
Škoda war nicht nur Techniker und Produktionsleiter, sondern auch ein guter Kaufmann. Er hatte ein Gefühl für neue Entwicklungen, aber auch ein Gespür für Problemfelder. Sein Unternehmen nahm für damalige Verhältnisse schwierig umzusetzende technische Aufträge an und fand dazu Lösungen, was ihm militärische Aufträge für Kriegsmaterial einbrachte. Zu seinen Verdiensten gehörte auch die Weiterentwicklung des Maschinenbaus in Böhmen. Er war ständiges Mitglied des österreichischen Herrenhauses, Mitglied des Böhmischen Landtags und einer Reihe von industriellen Vereinigungen und Institutionen.
In Erinnerung an Emil von Škoda ist ein Wettbewerb benannt, den die Škoda Holding ausschreibt. Der mit bis zu 80.000 Kronen dotierte Preis wird auf Antrag für eine technische Diplom- oder Doktorarbeit vergeben.
Auch für den Namen des Automobilherstellers Škoda Auto ist Emil von Škoda der Namensgeber.

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