Kreuzgang

Mariakulm im Strom der Zeit

Ein Vortrag von Peter Fladerer über Maria Kulm im Egerland

25 Besucher konnte Theresia Bartl am 23.4.2014 zum Hutzennachmittag der Eghalanda Gmoi begrüßen. Mit Spannung hat die kleine Gemeinde den Vortrag erwartet.

Etwa 25 Kilometer hinter der bayerisch-tschechischen Grenze im Egerland und am nördlichen Fuße des Kaiserwaldes liegt Maria Kulm (Chlum Svaté Mari) Ein ärmliches Dorf mit 500 Einwohnern, aber es war einst der Ort der ältesten Marienwallfahrten im Egerland. Hierüber berichtete Peter Fladerer sehr gekonnt und spannend in seinem Vortrag vor der Eghalanda Gmoi.

In 539 m Höhe steht ein herrlicher barocker Bau mit mächtiger Kuppe, zwei großen und sieben kleinen Türmen. Es ist jene Kirche, die mit dem hl. Berg bei Pribram und mit Altbunzlau an der Elbe das herrliche Kleeblatt der ältesten Wallfahrtsorte der Gottesmutter in Böhmen bildet. Schon seit dem 13. Jahrhundert verehrten die Gläubigen eine altertümliche Statue der Mutter Gottes, welche sitzend das Jesukind auf dem linken Arm trägt. Der Legende nach hatte ein Fleischhauer auf dem Heimweg nach Falkenau in einer Haselnussstaude diese Statue der Mutter Gottes gefunden und er errichtete zum Schutz dort ein Dach.

Fladerer berichtete von den Kulmer Räubern, welche die Wallfahrer und Reisenden überfielen und ausraubten. Das Schlossfräulein Bibiane konnte die Räuber überführen und mit den gestohlenen Schätzen erbaute man dann die Wallfahrtskirche. 1401 zur Pfarrei erhoben und den böhmischen „Kreuzherren mit dem Roten Stern“ zur Obhut übergeben.

Spuren hinterließen die Hussiten, welche die Kirche 1429 nieder brannten. Auch in der Zeit des 30jährigen Krieges kam es zu größeren Gewalttätigkeiten.

Im Jahre 1691 begann der Bau des neuen Gotteshauses. Zum Pfingstfest 1701 wurde die Kirche nach zehnjähriger Bauarbeit eingeweiht. In den Jahren 1701 bis 1710 kamen insgesamt 1657 Prozessionen und somit 718 347 Kommunikanten nach Maria Kulm.

Durch den Einsatz der Gläubigen,vor allem des Fördervereins für Mariakulm und der „Kreuzherren mit dem roten Stern“ und durch großzügige Spenden (1,1 Mio € Königreich Norwegen) ist es gelungen, Maria Kulm wieder zu einem Anziehungspunkt für tschechische und deutsche Gläubige zu machen. Heute erstrahlt die Wallfahrtskirche von Christoph Dientzenhofer weitgehend in neuem Glanz.

Manfred Kees

05.05.2014

Datei Maria Kulm