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Stift Ossegg

(Osek)

nach dem Sudetenland Lexikon

Orgel: Gelobt sei Gott im höchsten Thron

 

Ossegg besteht aus dem Pfarrdorf Alt Ossegg und der Stadt Neu Ossegg. Die Ortsgeschichte wird überwiegend durch das Zisterzienser- Stift bestimmt. Graf Johann Milgost berief 1193 zwölf Mönche aus dem Kloster Waldsassen auf sein Gut Maschau bei Kaaden, um hier ein neues Kloster zu gründen. Der Ort eignete sich aber wenig dafür und so wurde es bereits 1199 unter Abt Ruthart nach Osseg am Fuße des Erzgebirges verlegt. Burggraf Zlavko, dem der Besitz gehörte, schenkte den Mönchen die Marienkirche und den Hof Ossegg, sowie einige Dörfer.
 
1208 wurde die Stiftung, die in den nächsten Jahren rasch aufblühte, vom Papst bestätigt.Im Jahre 1421 und 1429 wurde Stift Ossegg von den Hussiten vernichtet. Nach dem Wiederaufbau kam es 1580 zum Bistum Prag. 1626 wurde das Kloster restituiert und erhielt 1650 wieder einen eigenen Abt. Die Schweden brandschatzten es im Dreißigjährigen Krieg, darauf folgte der Wiederaufbau in barocker Form.
Das Stift, dessen Mutterkloster Waldsassen war, hatte einen romanischen Kapitelsaal (um 1240). Es erhielt seinen barocken Charakter von 1705 bis 1725 durch Octavio Broggio. Die Kirche Mariä Himmelfahrt, erst romanisch, wurde vom selben

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Der Ort Ossegg nach einer alten Ansichtskarte

Künstler barockisiert. Sie enthielt Fresken von Lorenz W.Reiner und Johann Steinfels, ein kostbar geschnitztes Chorgestühl.

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Außenansicht

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Außenansicht vom Klosterhof

Das Kloster, einst geistiges Zentrum Nordböhmens, hatte Bildergalerie, Bibliothek, Altertümer-, biologische und botanische Sammlungen. Die Patres leiteten das Gymnasium in Komotau, für das sie auch das Lehrpersonal stellten. Wiederholt besuchte auch Goethe das Stift . Pater Anton Franz Dittrich (1786- 1849) unterstützten ihn bei seinen mineralogischen Arbeiten.

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Detail aus der Decke

Abt Laurentius Scipio (1611- 1691), Wiederbegründer des Klosters nach dem Dreißigjährigen Krieg, war ein hervorragender Sozialpolitiker. Abt Benedikt Simon Littwerich (1654- 1726), sein Nachfolger, begründete die Strumpfwirkerei und Zeugfabrikation in Ossegg. Unter anderen hervorragenden Persönlichkeiten ragt Abt Slavko hervor, der 1240 als Bischof in Preußen missionierte.

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Die herrlichen Fresken