Kulturpreis für Brigitt Hadlich - Homepage der Sudetendeutschen Landsmannschaft Bayreuth

 Terminkalender
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Sudetendeutscher Tag in Regensburg
Kulturpreis der Sudetendeutschen für Bildende Kunst
an Brigitt Hadlich, Weidenberg


Zu jedem Sudetendeutschen Tag vergibt die Sudetendeutsche Landsmannschaft Kulturpreise an besondere Persönlichkeiten. So auch heuer beim 70. Sudetendeutschen Tag zu Pfingsten in der Patenstadt der Sudetendeutschen in Regensburg. Eine Preisträgerin war Brigitt Hadlich aus Weidenberg. Sie erhielt aus den Händen des Sprechers der Sudetendeutschen Volksgruppe Bernd Posselt den Kulturpreis für Bildende Kunst und Architektur.
Der Laudator, Dr. Hatto Zeidler, Bildhauer und Autor, selbst Kulturpreisträger, hob vor allem die Vielfältigkeit, die Leichtigkeit und die Experimentierfähigkeit der oberfränkischen Künstlerin mit väterlichen Wurzeln in Gablonz hervor. Sie passt in keine Schublade, denn ihre Kunst ist keiner klassischen Kategorie zuzuordnen. Ihre Welt ist die Konzeptkunst und ihre Sicht der Dinge ist für viele ungewohnt. Hadlich nähert sich den Gegenständen des Alltags und macht sie zu Kunstwerken. Die Veränderung kann temporär oder dauerhaft sein. Die Fülle ihrer Projekte ist enorm.
Was sagt Brigitt Hadlich zu ihrer Kunst und zu ihrer Auszeichnung vor zahlreichen Zuhörern-innen im Kolpingsaal in Regensburg?
Zuerst habe ich mich gewundert, dass ich einen Kulturpreis der Sudetendeutschen bekommen soll, da ich meiner Meinung nach noch nichts „Sudetendeutsches“ gefertigt habe und auch eigentlich nicht so sehr in die Öffentlichkeit dränge. Aber dann fand ich es doch gut, denn natürlich ist der Boden für ein Werk das, was man an unbewussten Bildern von den Eltern mitbekommen hat. Ich will in meiner Kunst aber nicht einfach schrecklichen Bildern einen Raum geben, sondern sie verschlüsselt in ihrer Ambivalenz interpretieren und  umwandeln in Zukunftsprojekte, in Lebensbilder. Meine Arbeitsweise ist nicht provokant aber sicher für Viele nicht auf einen Blick verständlich. Und sie ist auch nicht ohne Humor und Selbstreflexion. Auch der Laudator musste sich erst verwundert meiner Arbeit annähern und fand dann doch anerkennend Mutiges. Dass die Sudetendeutsche Landsmannschaft meine Ausdrucksweise die weit weg von traditionellen Denken und Handeln ist, würdigt, sehe ich auch als Zeichen dafür dass sie durchaus Raum für außergewöhnliche Kunst schafft und Friedens- und völkerverbindende Projekte fördert, wobei mein Projekt des Goldenen Bogens (den es auch in Bayreuth gibt) und das Konzept Kunst- und Wissenschaftsprojekt besonders Erwähnung fand.

Die Konzeptkünstlerin

Brigitt Hadlich ist Konzeptkünstlerin. Sie arbeitet mit digitalen Medien und mit Themen Häuser – Städte – Kunsträume - Strukturen.
Das Haus ist die dritte Haut des Menschen. Häuser verändern das Gesicht der Erde. Kunsträume sind Empfindungsräume. Struktur ist Leben.
1986 wird der Computer zum bestimmenden Arbeitsmittel von Brigitt Hadlich. Alle späteren Projekte sind erst damit realisierbar. Andere Techniken werden verdrängt.
Die Künstlerin experimentiert zwar noch bis in die 1990er Jahre mit Zeichnungen, Linolschnitten und Fotografie, diese werden aber oft in die digitale Arbeitsumgebung integriert.

Ihre Eltern waren Heimatvertriebene Glasveredler die sich in einem, in den 1950er Jahren eigens für die Glasproduzenten erbauten Ortsteil ansiedelten, in der Werksiedlung Weidenberg.
Bis 1989 war der Lebensraum der Künstlerin geprägt von der Nähe zum Eisernen Vorhang der Ost und Westdeutschland in die politische Welt teilte, heute liegt ihr Lebensraum in der Mitte Europas

Von 1973 bis 1977 studierte Hadlich an der Fachhochschule für Gestaltung in Nürnberg. Hier findet sie ihren ganz persönlichen, künstlerischen Weg, indem Sie Elemente aus Kunst und Design zusammen fließen lässt. Aufenthalte in Nürnberg, München und Paris erweitern ihren künstlerischen Horizont.


Hadlich hat auch einen eigenen Katalog.

Alle Arbeiten die seit 1990 entstanden sind, sind dokumentiert und katalogisiert und spätestens in den Seesternen wird der Katalog zu einer eigenen Kunstform. Einige Beispiele ihre Projekte sind das „Friedensprojekt Goldener Bogen“, „Fleischbilder“, „Kunst und Wissenschaftsprojekt 50. Breitengrad – c.50.p“, die „Seesterne“ und „Illuminations-  Konzepte“.

Hadlich erhielt 1985 den Kulturförderpreis des Landkreises Bayreuth und nun den Sudetendeutschen Kulturpreis für bildende Kunst und Architektur im Jahr 2019.

Brigitt Hadlich, ihr Ehemann Herbert und der Gemeinderat Martin Lochmüller stellten am 70. Sudetendeutschen Tag 2019 aber auch mit einem Informationsstand das Konzept der überregionalen Geschichtswerkstatt Werksiedlung Weidenberg vor. Ergänzt wurde die Darstellung am Informationsstand mit einem Zeitzeugen-Filmprojekt. Beides fand großen Anklang und Anerkennung bei den zahlreichen Besuchern-innen. Prominentester Gast war Hubert Aiwanger, der stellvertretende Ministerpräsident des Freistaates Bayern.
Manfred Kees
10.06.2019


 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü