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Das Heidebrünnl im Altvatergebirge

Gesang: Es blüht der Blumen eine

Unter den vielen Wallfahrtsorten im schönen Sudetenland nimmt die Wallfahrtskapelle auf der "Bründelheide" bei Winkelsdorf einen bemerkenswerten Platz ein. Das " Heidebrünnl"  war bis 1945 eine vielbesuchte Wallfahrtsstätte,  im Altvatergebirge, nahe der Grenze der ehemaligen Markgrafschaft Mähren.

Anfang des 14. Jahrhunderts lebte im Dorf Reitenhau ein frommer Jägersmann, Franz Niewall, der im Dienste der adeligen Familie Zierotin stand. Dieser, so erzählt die Sage, erlegte eines Tages nahe dem Orte, an dem die Wallfahrtskirche stand, einen Hirsch. Er legte ihn dann an der nahen Quelle ab, um ihn aufzubrechen. Der Jäger wollte die Wundstelle vorab mit Wasser reinigen. Plötzlich sprang der Hirsch auf und rannte mit hohen Spüngen davon.  Der Hirsch wurde nie wieder gesehen. Dies Ereignis erschreckte den Jäger gar sehr. Er konnte es sich nur so erklären, daß das Wasser irgendeine Heilkraft haben müsse. Die Begebenheit blieb dem Jäger unvergeßlich.
Die Jahre schwanden dahin. Franz Niewall wurde nach Brandeis versetzt. Damals wütete in   Böhmen eine bösartige Hautkrankheit. Auch Niewall wurde, samt seiner Familie, davon befallen. Die Krankheit verschlimmerte sich immer mehr. Der fromme Jägersmann rief Jesu um Hilfe an, dessen fünf Wunden er täglich in Andacht verehrte. Da träumte er an drei aufeinander folgenden Nächten, er möge mit seiner Familie auf die "Bründelheide" reisen und dort solle sich die Familie mit dem Wasser der Quelle waschen. Franz tat, wie ihm im Traume geheißen. Im Vertrauen auf Gottes Hilfe und der Fürsprache der Gottesmutter wurde die ganze Familie von dem Aussatze geheilt. Zum Dank an die wunderbare Genesung ließ Niewall an diesem Ort eine Denksäule errichten und befestigte in dessen Nische ein Bild Jesu mit dessen fünf Wunden.

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Die einstige Gnadenstätte

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Das Heidebrünnl nach einer alten Fotografie

Durch dieses Bild wurde die Begebenheit dem Volke bekannt. Es kamen immer mehr Pilger um daselbst Gott und die Gnadenmutter um Hilfe anflehend. Ihr Gebet fand oft rasche Erhörung. Die Zahl der Wallfahrer mehrte sich ständig. So ließ der spätere Besitzer von Groß- Ullersdorf, Fürst Liechtenstein, auf der Bründelheide eine Kapelle erbauen und darin das Bild mit den hl. fünf Wunden aufstellen. Die heilbringende Quelle wurde überdacht.
 
Unter Kaiser Josef II wurden alle Wallfahrtskirchen geschlossen. Das Gnadenbild nahm der Jäger Wolf aus Winkelsdorf mit in seine Wohnung. Später wurde es in die Pfarrkirche zu Groß- Ullersdorf gebracht, in der es heute noch zu sehen ist.
Die Kapelle verfiel und erst nach 15 Jahren baute ein frommer Mann namens W.Lückel aus Winkelsdorf die Kapelle wieder auf. Das Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes wurde wieder aufgestellt. Nun pilgerten wieder zahlreiche Pilger zur Bründelheide. Die Schar der Wallfahrer nahm mit jedem Jahre zu, so daß sich die Kapelle als zu klein erwies. Deshalb wurde im Jahre 1844 der Neubau einer größeren Kapelle begonnen. Das vom Gutsbesitzer Fr. Klein aus Wiesenburg gestiftete Altarbild wurde am 22. Juli 1850 zu Ehren der schmerzhaften Muttergottes geweiht.

 

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Das Heidebrünnl im winterlichen Altvatergebirge.

Quelle: Sudetenpost

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Der Ort, an dem die Kapelle stand, heute.

Der Gnadenort entwickelte sich sehr positiv bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Das Heidebrünnl wurde ein bedeutender Wallfahrtsort. Im Jahre 1927 weihte Bischof Dr. Norbert Klein, der Hochmeister des Deutschen Ordens, eine Nachfolgekirche ein.
Am 30. Mai 1946, während des unseligen Vertreibungsgeschehens der Sudetendeutschen, brannte diese Kirche durch Blitzschlag ab. Die Tschechen hatten aus Profitgier die Blitzschutzeinrichtung abmontiert. Die Kirche war dadurch den Unbilden der Witterung völlig ausgeliefert.
Seitdem sucht der Besucher vergeblich eine Kirche. Ein Kreuz und weiter unten der Brunnen sind das wenige, was geblieben ist. Ein Neubau wurde nicht genehmigt.