Brünner Versöhnungsmarsch - Homepage der Sudetendeutschen Landsmannschaft Bayreuth

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Sammeln der Teilnehmer
DER WEG ZUR VERSÖHNUNG FÜHRT NACH BRÜNN (BRNO)
Bereits zum dreizehnten Mal wurde am Samstag, 01. Juni 2019 in Brünn der gewaltsamen Vertreibung von etwa 27 000 deutscher  Einwohner aus der mährischen Stadt Brünn gedacht. Der Versöhnungsmarsch ist ein in vieler Hinsicht einzigartiges Projekt, das tiefe Gräben zugeschüttet und ein Stück weit die Geschichte Tschechiens bewegt hat. Initiator war heuer Jaroslav Ostrčilík.  
Zweimal hat Monsignore Anton Otto die mehr als 500 (eigene Schätzzahl) Teilnehmer aufgefordert, gemeinsam die Versöhnung zwischen Deutschen (Sudetendeutschen) und Tschechen in einem sich friedvoll zu entwickelten Europa zu verstärken. Anton Otto hatte dies in Pohrlitz (Pohořelice) beim Beginn des Versöhungsmarsches beschworen und dies im gemeinsamen, zweisprachigen Gottesdienst am Sonntag, 02. Juni 2019 in der Kirche Sankt Jakob wiederholt.

Der geschichtliche Hintergrund

Der Brünner Todesmarsch war Teil der kollektiven, wilden und völkerrechtswidrigen  Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung aus Mähren. Er begann am 31. Mai 1945, dem Fronleichnamstag, in Brünn (Brno) und führte über Pohrlitz (Pohořelice) über die Grenze ins sowjetisch besetzte Niederösterreich. Der Zug bestand hauptsächlich aus Frauen, Kindern, Kleinkindern und Säuglingen sowie alten Männern. Die meisten jüngeren Männer befanden sich zu diesem Zeitpunkt in Kriegsgefangenschaft oder waren in Lagern in der Stadt oder der näheren Umgebung, z. B. in der Brünner Festung Spielberg interniert.
Die Zahl der Teilnehmer des Marsches 1945 kann heute durch tschechische Akten relativ zuverlässig mit rund 27.000 angegeben werden. Das entspricht fast genau der Hälfte der damaligen deutschen Bevölkerung Brünns von rund 53.000.
Bei der Anzahl der Opfer des Brünner Todesmarsches gehen die Schätzungen weit auseinander. Auf deutscher Seite wurde die Spanne 4.000 bis 8.000 genannt, von tschechischer Seite nur wenige Hundert. Neuere Studien der 1990er Jahre führen zu einer Zahl von rund 5.200 Toten.
Es bleibt Historikern überlassen, sich mit dem Brünner Todesmarsch intensiv zu befassen und die exakten Zahlen zu ermitteln. Es ist heute sinnlos über die Zahlen zu streiten. Viel wichtiger ist es, den 13 Jahre dauernden Versöhnungsprozess aufzugreifen und im Sinne einer gemeinsamen europäischen Entwicklung zu vertiefen. Der andauernde Friede in Europa ist durch nichts zu ersetzen.
Die meisten Opfer starben an Entkräftung, Hunger, Durst und Typhus; einige wurden wahrscheinlich durch tschechische Begleitmannschaften erschossen.
Am 20. Mai 2015 bat der Stadtrat von Brünn um Entschuldigung für die gewalttätige Vertreibung, für den „Racheakt“, der „eine Vergeltung für Nazi-Verbrechen sein sollte“ und der „vor allem gegen Frauen, Kinder und alte Menschen gerichtet war“. Er erklärte, die damaligen Ereignisse aufrichtig zu bedauern, und äußerte den Wunsch, „dass sämtliches früheres Unrecht vergeben werden kann“.
Am 30. Mai 2015 wurde zum 70. Jahrestag ein Gedenkmarsch (in umgekehrter Richtung) von Pohrlitz nach Brünn begangen. Der Oberbürgermeister der Stadt Brünn, Pavel Vokřál, lud auch Vertreter von Vertriebenenverbänden in Deutschland und Österreich ein, die Vertreibung der Brünner Deutschen zum Anlass für ein gemeinsames Gedenken zu nehmen. In dem anschließenden Festakt verwendete er in einer öffentlichen Deklaration zum ersten Mal auch auf tschechisch den Begriff „Vertreibung“ (tschech. vyhnáni). Diese Erklärung wurde an alle Anwesenden des Gedenkaktes (darunter der österreichische und der deutsche Botschafter in der Tschechischen Republik) in gedruckter Form verteilt.  
Nähere Details unter: Wer sich mit weiteren Details beschäftigen will, kann u.a. nachschlagen bei:
https://de.wikipedia.org/wiki/Brünner_Todesmarsch

Der Versöhnungsmarsch 2019

Die Landesgruppe Bayern hatte zur Teilnahme am Versöhnungsmarsch 2019 aufgerufen und zwei Busfahrten aus München und Würzburg, sog. Nordbayernbus, organisiert. Die Planung und Durchführung war Klasse; es gab keine Organisationsprobleme. Der Landesgeschäftsführer Andreas Schmalcz hatte „Alles“ gut im Griff.
Natürlich war der Versöhnungsmarsch vom Massengrab in Pohořelice (Pohrlitz) zurück nach Brünn der Höhepunkt der gesamten Veranstaltungsreihe und der bewegendste Teil. Der Großteil der Teilnehmer des Versöhnungsmarsches waren auch in diesem Jahr wieder jüngere Tschechen.
Bei senkender Sonnenhitze, auf heißen Asphaltstraßen in sehr zügigen Tempo und dem ersten Rast nach 17 km forderte gerade die ältesten Teilnehmer doch heraus. Für mich kam ein glimpflicher Blackout und beendete zumindest die weiteren 15 km.
Diesen Marsch organisierten  tschechische Persönlichkeiten und Organisationen, die an einer offenen und partnerschaftlichen Aufarbeitung der gemeinsamen Geschichte interessiert sind und dies als Grundlage zur Versöhnung und Freundschaft zwischen Sudetendeutschen und Tschechen im Geiste der europäischen Einigung sehen.
Der Versöhnungsmarsch ist eingebunden in zahlreichen  weiteren Begleitveranstaltungen.
Das komplette Festivalprogramm wird auf einer Webseite unter https://www.meetingbrno.cz/de/einfuhrung  veröffentlicht.
Ein weiterer beeindruckender Höhepunkt war am Sonntag, 02. Juni 2019 der gemeinsame, zweisprachige Gottesdienst in der Kirche St. Jakob in Brünn.
Die folgenden Bilder zeigen einen kleinen Ausschnitt aus dem Versöhnungsmarsch und Impressionen aus Brünn.

Manfred Kees, 06.06.2019

Einladung
 Siehe teilweise Auszüge aus Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Brünner_Todesmarsch)
 https://web.archive.org/web/20150708080222/http://www.freunde-bruenns.com/und-in-2015/deklaration-des-br%C3%BCnner-stadtrats-zum-70-jahrestag-der-vertreibung-der-br%C3%BCnner-deutschen/
 Wikipedia wie Fußnote II


Gräberfeld der Gedenkstätte Porlitz
Eröffnung durch den Veranstalter
Abendstimmung am Platz der Freiheit
St. Michael Kirche
Kathedrale St. Peter und Paul
Am Krautmarkt
Das neue Rathaus
Bayreuther Teilnehmer (Lisa Kees und Fam. Mühlbacher)
Ein Kanaldeckel spricht
Portal Altes Rathaus
Gottesdienst in St. Jakob
Msgr. Anton Otte predigt
 
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